
Durize & Natur
Eine Rebsorte aus den Alpen
Die Durize ist eine alte Walliser Rebsorte, die in der Region Fully–Saillon bis heute erhalten geblieben ist. Im 19. Jahrhundert bedeckte sie rund die Hälfte der Rebflächen von Fully.
Als Urenkelin des Cornalin (Rouge du Pays) hat die Durize vermutlich ihre Wurzeln im Aostatal (Vouillamoz 2017). Heute wird sie ausschliesslich im Wallis auf rund 1 ha angebaut.
Der Name «Oriou», der manchmal im Zusammenhang mit der Durize verwendet wird, stammt ebenfalls aus dem Aostatal. Dort bezeichnet er eine Familie roter Rebsorten wie Petit Rouge oder Vin de Nus. Im Wallis wird der Begriff heute vor allem als klangvoller Marketingname genutzt.
Da die Durize spät und unregelmässig reift, konnte sie sich besonders in der Nähe von Murgiers (Steinhaufen) behaupten, die tagsüber Wärme speichern und sie in den kühlen Nächten wieder abgeben – ein Mikroklima, das dieser alten alpinen Rebsorte zugutekommt.


Originalität der Rebsorte
Der Name Durize stammt vom lateinischen duracena – «harte Beere» – und verweist auf die dicke, robuste Schale der Traube. Noch heute wird die Durize als letzte Rebsorte Mitte Oktober geerntet. Dank ihrer widerstandsfähigen Beerenhaut ist sie wenig anfällig für Fäulnis.
Durch den Klimawandel erreicht die Durize inzwischen eine vollständige Reife und entwickelt komplexe Aromen, die an Cornalin und Humagne Rouge erinnern. Gleichzeitig behält sie eine rustikale Mandelnote, die sie charakterisiert. Der Alkoholgehalt liegt heute bei moderaten 12,5 % vol.
Slow-Food-Ansatz
Die Durize ist von Natur aus ertragreich aber schlecht in der Qualität. In den Jahren 1950 bis 1980 wurden viele Rebstöcke entfernt, um Platz für produktivere Sorten wie Pinot Noir, Gamay, Merlot oder Syrah zu schaffen.
Damit passt die Durize perfekt zum Slow-Food-Gedanken: Die Trauben reifen in aller Ruhe und werden nicht durch Dünger oder künstliche Massnahmen zur schnelleren Ernte gedrängt.


Wein
Unsere Durize wächst biologisch in einer sehr günstigen Lage im Rebberg von Salgesch (VS). In unmittelbarer Nähe zum Pfynwald profitiert sie von einem naturnahen Umfeld und optimalen Klimabedingungen.
Weinbeschreibung: Waldige Nase mit Noten von Brombeere und Heidelbeere. Am Gaumen feine, lebendige Tannine; die leicht rauchigen Aromen roter Früchte sind intensiv und enden in einem nobel-rustikalen Finale (S. Bettschen).
Verbesserung der Ökobilanz
Wir legen grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Deshalb versuchen wir, die Umweltbelastung durch Weinproduktion und Transport zu minimieren:
- Biologischer Anbau im Weinberg
- Leichtglasflaschen zur Reduktion des Transportgewichts, aber stabil genug für sicheren Versand
- Keine Flaschenhalsmanschette – dekorativ, nicht nötig
- Etiketten auf einfachem Papier ohne Prägung
- Naturkorken aus nachhaltig bewirtschafteten Korkeichenwäldern in Portugal, um Korkgeschmack zu vermeiden


Biodiversität im Weinberg
Die Durize-Parzelle ist vollständig begrünt; nur der Bereich direkt unter den Rebstöcken wird mechanisch gepflegt, um Wasser- und Nährstoffkonkurrenz zu reduzieren. Auf diesen offenen Flächen finden Vögel Samen und Insekten.
Zur Förderung des Bodenlebens und des Pflanzenwachstums wird biologischer Kompost zugeführt.
Die Parzelle beherbergt über 60 Pflanzenarten und gehört zum kantonalen Netzwerk «Reben mit hoher Biodiversität». Obstbäume wie Aprikosen, Pflaumen oder Weinbergpfirsiche sowie Sträucher wie Blasenstrauch und Schlehe bieten Lebensraum für Schmetterlinge. Durch gestaffelte Blühzeiten erhalten Bestäuber während der gesamten Saison Nektar.











